Als die Gämsen noch ins Tal kamen

Mittenwald – Im Wohnzimmerregal stehen viele Fotoalben. Manchmal wird darin geblättert und in alten Erinnerungen gekramt. So wie es kürzlich Brigitte Reiser, die Ehefrau des pensionierten Berufsjägers Hans Reiser, getan hat. „Dabei bin ich auf Bilder aus den 1960er Jahren von einer Gamsfütterung am Fuße des Brunnsteins auf einer Wiese hinter dem ehemaligen Deutschen Zollamt gestoßen.“ Damals war Berufsjäger Herbert Rasper für das Gebiet in der verpachteten Staatsjagd „Karwendel Süd“ zwischen Arnspitze und Karwendel verantwortlich. Sein Nachfolger wurde 1980 Berufsjäger Hans Reiser. „In dieser Zeit waren Gämsen im Winter in Oberen Isartal für Einheimische und Urlauber noch sichtbar und hatten einen hohen Stellenwert“, betont Reiser, „die Wildbestände waren trotz natürlicher Winterverluste hoch und es gab keine großen Vegetationsschäden“. Als Beispiel nennt Reiser den Brand im Jahr 1947 an der Arnspitze. „Obwohl dabei fast der ganze Altholzbestand vernichtet wurde“, so der 66-Jährige, „hatte sich trotz hoher Wildbestände der Wald relativ schnell verjüngt und erholt“.